Ausstellung
SCHÖNER ORT
17.09.2005
- 14.11.2005
täglich von 10 - 18 Uhr
beteiligte
Künstlerinnen und Künstler:
Fotografie - Norbert Wiesneth (Berlin)
Skulptur - Reinhard Buch (Hirschburg)
Grafik/Skulptur - Jost Löber (Brandenburg)
Malerei/Grafik - Udo Rathke (Plüschow)
Grafik - Jörg Uwe Jakob (Berlin)
Malerei/Grafik - Iris Thürmer (Wolthof)
Skulptur - Reinhard
Thürmer (Wolthof)
Unter dem Titel SCHÖNER ORT wird erstmals im Neuen Kunsthaus
Ahrenshoop eine Form der Ausstellung initiiert, die ab 2006 in
Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Lukas als neue Form der
öffentlichen Auseinandersetzung künstlerischer Inhalte
Kontinuität erlangen soll. Außerdem bedeutet dieses
Ausstellungsprojekt die Fortsetzung der Hirschburger Werkstatttage
unter der Leitung des Bildhauers Reinhard Buch. Anliegen des
Projektes ist die Entstehung und Vermittlung werkstattmäßigen
Arbeitens. Die Ausstellung soll den lebendigen Charakter der
Entstehung, den Lauf und ver- schiedene Phasen eines konkreten
Projektes wiederspiegeln.
Eingeladen
werden Künstlerpersönlichkeiten aus Berlin, Brandenburg und
Mecklenburg-Vorpommern mit markanten künstlerischen Positionen. Sie
werden sich in ihren Arbeiten mit dem Ort Ahrenshoop
auseinandersetzen. Die Ausstellung führt im Titel eine Behauptung,
die nicht illustriert werden muss. Die künstlerischen Äußerungen
werden unweigerlich wie Kommentare ebendieser Behauptung verstanden.
Die Sinnlichkeit macht den Reiz dieser Ausstellung aus und wird von
den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern als Herausforderung
verstanden.
Reinhard Buch über seinen Beitrag:
Ahrenshoop ist kommerziell überformt, wie die meisten attraktiven
Zentren. Ein schöner Ort ist es trotzdem. Das hängt vor allem mit
der landschaftlichen Einbettung zwischen Meer und Bodden zusammen.
Meine drei in Rückenlage schaukelnden Figuren sind frohsinnigen
Badern abgelauscht, wie sie zuhauf am Strand liegen.
über die Arbeit von Norbert Wiesneth:
Für die Ausnahmen sucht der Künstler heute verlassene
Ferienarchitekturen der ehemaligen DDR an der Ostsee auf. Besonders
interessieren ihn an die Moderne anknüpfende Gebäude, etwa die von
Ulrich Müther in den 60er und 80er Jahren entworfenen und meist an
landschaftlich exponierter Lage direkt ans Meer gebauten
Architekturen. Ulrich Müther ist es mit seinen "kühn
geschwungenen Dachkonstruktionen" in Schalenbauweise gelungen,
als Architekt internationalen Ruhm zu erlangen, und dennoch werden
diese Leistungen heute kaum noch anerkannt. Viele seiner
Architekturen wurden bereits abgerissen und auch den meisten
ehemaligen Ferienparadiesen an der Ostsee droht, da sie leer stehen,
ein solches Schicksal.
Die Ästhetik der Bilder geht nicht von einem schönen -im Sinne von
angenehmen- Ort aus. Die meist auch durch Vandalismus geradezu
ausgeschlachteten Räume legen auf Grund ihres Mangels an
Einrichtung und Dekor mit ihren klaren Linien und großen
Glasfronten ihre ursprüngliche modernistische Architektur frei. Mit
einem sorgfältigen Blick ohne romantische Effekte und einen Sinn
für ausgewogene Kompositionen legt Norbert Wiesneth die spezifische
Eleganz der Orte frei.
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