Ausstellung
Don Quijote
26.02.2005
- 25.04.2005
täglich von 10 - 17 Uhr
Nicht
nur der klassische Don Quijote zieht sich durch die Bildwelt der
Núria Quevedo, „Leben ist ein Traum“ - so bezeichnet sie
ebenso viele ihrer Arbeiten. Der Hintergrund bleibt weitgehend
neutral, Köpfe und Hände bewegen sich auf einer Art
Bild-Bühne. Der Bildrand wird zur Bühnenrampe des
geheimnisvollen Geschehens. Die meist farbigen, dramatischen
Skulpturen von Hans Scheibner sind geprägt durch seine Arbeit
als Theatermann und seinen Drang zu szenischer Verwandlung. So
arbeitet er nicht nur mit dem Werkstoff Holz sondern auch mit
Papier - platzgreifende, oft aggressive Papierskulpturen finden
sich in verschiedensten Theateraufführungen wieder.
Malerei - Núria
Quevedo
(geb.
1938 in Barcelona), 1952 Emigration der Familie nach Berlin,
1955-58 Studium an der Arbeiteter- und Bauernfakultät Berlin,
1958-63 Studium an der Hochschule für Bildende und Angewandte
Kunst Berlin-Weißensee, seit 1963 freiberuflich als Malerin,
1968-71 Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR
(Mitglied von 1986-91), 1994.96 Gastprofessur am
Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald,
zahlreiche Arbeite im Besitz von Sammlungen ua. Sammlung Ludwig
Aachen, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
und Berlinische Galerie, zahlreiche Ausstellungen und
Beteiligungen
„Meine ersten verstörenden und
nachhaltig wirksamen Begegnungen mit Ölbildern von Núria
Quevedo hatte ich, so meine Erinnerung, Anfang der 70er Jahre.
Die damals empfundene Überraschung hat sich immer wieder
bestätigt: Die Bilder der Núria Quevedo waren einfach „anders“:
Sie verweigerten sich routinierter Wahrnehmung. Sie bürsteten
ästhetisch gegen den Strich des Gewohnten. Als Kind spanischer
Exilanten in die DDR gekommen, hat sich die Künstlerin Núria
Quevedo in der neuen Heimat kulturpolitisch nicht domestizieren
lassen. Ihre Kunst griff immer Einflüsse verschiedener Kulturen
und Traditionen auf und konfrontierte diese mit den eigenen
widersprüchlichen Erfahrungen, mit den eigenen Sehnsüchten und
Träumen. Für Núria Quevedo bedeutete die Wende 1989/90 keinen
künstlerischen Abbruch, Umbruch, neuen Aufbruch. Sie hat ihre
Themen, ihre Ästhetik konsequent fortgeschrieben. Auch heute
machen Núria Quevedos Radierungen, Zeichnungen, Ölbilder die
Welt nicht schöner als sie ist: Sie künden nicht vom Paradies -
sondern irritiren und provozieren.“
Wolfgang Thierse aus dem Katalog „Núria Quevedo Im
deutschen Dom“
Skulpturen - Hans W.
Scheibner
(geb.
1944 in Zwenkau bei Leipzig) 1962-66 Ateliergemeinschaft in
Leipzig mit H.H. Grimmling, G.Richter und L. Friedel, 1968 Begin
eines Studiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst
Leipzig, 1969 Wechsel in die Bühnenbildklasse an der
Kunsthochschule Berlin-Weißensee, 1973 Exmatrikulation auf
eigenen Wunsch, Bühnenbilder in Anklam und Nordhausen, seit 1980
Kontakte mit Puppentheater in Wismar, 1991-93 Direktor und
Regisseur des neugegründeten Kammer- und Puppentheaters Wismar,
seit 1996 Gastdozent an der Berliner Schauspielschule „Ernst
Busch“ Abteilung Puppenspiel, freischaffend als Maler und
Bildhauer, seit 2001 ausschließlich und zahlreiche Ausstellungen
sowie Beteiligungen
„Hans Scheibners ekstatischer Drang zu
szenischer Verwandlung ist wuchernd und befördert die klassische
flächige und räumliche Auseinandersetzung immer wieder in die
multitheatralische Dimension. Dinge des Alltags, Fundstücke und
seine Erfindungen setzt er in ungewöhnliche Zusammenhänge. Dann
wird die Werkstatt zu eng. Von drinnen drängen die furios
gemalten Bilder, die platzgreifenden, aggressiv - sperrigen
Papierskulpturen und die heiter - grotesken Objektcollagen ins
Freie.“
Ullrich Kavka aus dem Katalog „Der Löwe um Mitternacht“
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