NEUES KUNSTHAUS AHRENSHOOP - Momentaufnahmen


Neues Kunsthaus Ahrenshoop

Momentaufnahmen















































Ausstellung vom 6. Juni bis 6. September 2021
Mittwoch bis Montag 10 bis 18 Uhr

 
MOMENTAUFNAHMEN
DER UNENDLICHKEIT


mit Werken von:
Magdalena Abele – Fotografie
Benjamin Dittrich – Malerei
Tuomas A. Laitinen – Video/Objekt
Cora Marin – Collage
Pınar Öğrenci – Videoinstallation
Broder Burow – Skulptur im Außenraum
Gözde Filinta und Bettina Rohr – Gastkuratorinnen

BEGLEITPROGRAMM WÄHREND DER AUSSTELLUNG:
17.06.2021 – 16 Uhr
„Was uns ein Quadratmeter Rasen
im Garten des Neuen Kunsthauses erzĂ€hlt“
Annett Storm - Vorsitzende des Fördervereins
Nationalpark Boddenlandschaft e.V.
19.06.2021 – 17 Uhr
„Ecological entanglements – Ökologische Verflechtungen“
Tuomas Laitinen im GesprÀch mit den Kuratorinnen Bettina Rohr und Gözde Filinta (auf Englisch)
24.06.2021 – 17 Uhr
„Der Mensch in der Landschaft“ Die KĂŒnstlerin Magdalena
Abele im GesprÀch mit der Kuratorin Bettina Rohr
26.06.2021 – 17 Uhr
„Natureculture – die ZirkularitĂ€t des Lebens“
FĂŒhrung der Kuratorin Bettina Rohr
27.06.2021 – 11 Uhr
„Mats und die Wundersteine“
Lesung fĂŒr Kinder, ihre Eltern und Erwachsene

Unser lineares VerstÀndnis von Zeit und Raum, von Anfang und Ende allen Lebens, durchdringt die Welt, den Einsatz ihrer Ressourcen und unser Leben. Unser Streben nach Ordnung und Kontrolle hat alles Lebende und Nichtlebende der scheinbaren Logik des unendlichen Wachstums unterworfen. Wo findet in diesem Denken Nachhaltigkeit ihren Platz?
Die Ausstellung „Momentaufnahmen der Unendlichkeit“ ist eine kreative Studie, die auf ein neues VerstĂ€ndnis von Nachhaltigkeit abzielt: Die ausgestellten Werke regen zum Nachdenken ĂŒber die Auswirkungen unserer gegenwĂ€rtigen Handlungen an, sie sprechen ĂŒber Symbiosen, ĂŒber Migration, Landschaften, Naturwissenschaften, den Naturbegriff und den Platz der Menschen.
Der Mensch wird in einem zirkulĂ€ren Ökosystem neu positioniert, in dem alle Handlungen zu uns zurĂŒckkehren werden. So werden wir an die zeitliche Begrenzung unserer Existenz, an ihre Verflechtung mit

Tuomas A. Laitinen erschafft Situationen, die die Verflechtung von Sprache, Körper und Materie innerhalb sich wandelnder Ökosysteme erforschen. Mit Fragen der Ökologie und Prozessen der Wissensproduktion arbeitend, schafft Laitinens neue Videoarbeit eine seltsame, traumĂ€hnliche RealitĂ€t, in der das Ökosystem viele Anpassungen von seinen Bewohnern verlangt.
Pınar Öğrencis poetische und erfahrungsorientierte videobasierte Arbeiten sammeln Spuren von ‚materieller Kultur’ an, die eng mit Zwangsumsiedlungen ĂŒber LĂ€nder und Regionen hinweg verbunden ist. In ihrer Videoinstallation „Only dead fish go with the flow“ bringt die Darstellung der Wanderung von Perlbarbenfischen und ihrer schwierigen Reise, die auf Möbel projiziert wird, Überlebenskampf und Migration durch eine Naturmetapher zusammen.
Magdalena Abele erprobt in ihren Arbeiten das poetisch-persönliche und das analytisch-allgemeingĂŒltige Potential visueller Ausdrucksmittel. Ausgangspunkt ihres fotografischen Projektes „Mirador“ sind die Landschaft und der Mensch, der sich in ihr bewegt. Die Motive sind oft Orte, die als Touristenattraktionen bekannt sind, und die Inspektion dieser Landschaften zeigt sich in ihrer fast berĂŒhrenden Hilflosigkeit als ein zum Scheitern verurteilter Versuch einer echten AnnĂ€herung an die Natur.
Cora Marin arbeitet als multidisziplinĂ€re KĂŒnstlerin. Mit einer breiten Palette an Medien erstellt sie unter anderem Collagen ĂŒber soziopolitische und satirische Themen. Ihre Serie „New Forms of Agency“ illustriert in vier Collagen, wie die Menschheit sich zunehmend als getrennt von der Natur wahrnimmt und beleuchtet die Auswirkungen dieser Betrachtungsweise in einer Verschmelzung von ‚Gesehenem‘, ‚Gedachtem‘ und ‚Geschriebenem‘.
Broder Burow lĂ€sst, inspiriert durch das Zusammenspiel zwischen den Formen rĂ€umlicher Gegebenheiten und seiner Skulpturen, flĂ€chige, organisch anmutende Objekte entstehen. Seine „Landmarke“, die er eigens fĂŒr den Garten des Neuen Kunsthauses Ahrenshoop erschaffen hat, bietet Besucher*innen in Anlehnung an nautische Orientierungshilfen einen Anhaltspunkt fĂŒr das
Navigieren ungewisser Zeiten.
Benjamin Dittrichs futuristisch und gleichzeitig retro anmutenden GemĂ€lde setzen das Buch „Die Selbstorganisation des Universums“ grafisch um. Sie beschreiben das Universum aus der Sicht des Menschen auf

Gözde Filinta (geb.1989) arbeitet zwischen Istanbul und Kassel. Sie schloss ein MA-Studium der Kunstgeschichte an der UniversitĂ€t Istanbul ab und absolvierte anschließend ein MAS-Studium in Kuration an der ZĂŒrcher Hochschule der KĂŒnste. Zu ihren Forschungsinteressen gehören posthumane Diskurse, ökologische Debatten, Ökofeminismus, Post-Anthropozentrismus und nichtmenschliche Formen von Handlungsmacht in der Kunst. Derzeit arbeitet sie in den Projekten: ION, laufende kollektive Arbeit mit internationalen Off-Spaces (dieses Jahr in BrĂŒssel) und AƟina, ein EU-finanziertes KĂŒnstler-Buchprojekt (TĂŒrkei). DarĂŒber hinaus ist sie Teil des Kuratorenteams in Mikro_Zurich und der documenta fifteen.
Bettina Rohr (geb.1991) erforscht als freischaffende Kuratorin den Klimawandel aus kĂŒnstlerischer Perspektive. Nach einem Studium in Umweltwissenschaften und Geographie hat sie den Master Curatorial Studies an der ZĂŒrcher Hochschule der KĂŒnste absolviert. Ihre Projekte fokussieren den Klimawandel, Ökologiefragen, Postfeminismus und Postkolonialismus und bieten Ideen der intersektionellen Gerechtigkeit, die ein artenĂŒbergreifendes Zusammenleben ermöglichen. Sie lebt und arbeitet nomadisch mit einem Lebensmittelpunkt in den Schweizer Alpen.
Gözde Filinta und Bettina Rohr erhielten fĂŒr ihr Projekt das gemeinsam von KĂŒnstlerhaus Lukas und Neuem Kunsthaus vergebene Umweltkurator*innenstipendium.
Neues Kunsthaus Ahrenshoop