NEUES KUNSTHAUS AHRENSHOOP - ELEMENTS


Neues Kunsthaus Ahrenshoop

ELEMENTS












Renata de Bonis


















Kate Newby


















Sara Pfrommer


















Sebastian Gräfe

Ausstellung vom 16. Dezember 2018 bis 4. März 2019,
Mi-Mo 10-16 Uhr, 22.-26. Dezember 2018 geschlossen,
1. Januar 2019 11-16 Uhr

  
ELEMENTS

Renata de Bonis
Sebastian Gräfe
Kate Newby
Sara Pfrommer

‚ÄěDas Element, die Elemente, das Elementare ‚Äď vielf√§ltige Bedeutungen klingen an, vor allem im Plural des Begriffs. Es k√∂nnen die Elemente der antiken Naturphilosophie Erde, Feuer, Wasser und Luft gemeint sein; oder des Daoismus, der Metall und Holz einschlie√üt, oder des Buddhismus, der auch die Leere als Element benennt. Umgangssprachlich stehen die Elemente f√ľr die Naturgewalten in Form von Wind, Sonne oder Niederschlag sowie ihre Auswirkungen auf Landschaft und Lebensr√§ume. Als Adjektiv elementar finden sich Synonyme wie einfach, naturverbunden, ungeb√§ndigt, urspr√ľnglich, urw√ľchsig. Facetten der Elemente und des Elementaren kommen in der Gruppenausstellung Elements zum Ausdruck. Sie widmet sich kuŐąnstlerischen Arbeitsweisen, die nat√ľrliche oder naturhafte Materialien und Motive beinhalten und damit das Verh√§ltnis des Menschen zur Natur befragen.

Dabei bildet Ahrenshoop einen Bezugsrahmen als Ort, mit dem Vorstellungen von Natur als Freiraum und R√ľckzugsort verkn√ľpft sind. Diese Vorstellungen haben eine lange Geschichte, scheinen jedoch in Zeiten beschleunigter Technisierung und eines viele Lebensbereiche durchdringenden Rationalit√§ts- und Effizienzdenkens neue Relevanz zu bekommen. So wird in einem Beitrag der Publikation Sehnsucht nach Natur konstatiert, ‚Äě(...) dass sich die aktuelle Sehnsucht nach Wildnis wesentlich aus dem Wunsch nach einer Gegenwelt zu einer zunehmend als reglementiert erlebten gesellschaftlichen Realit√§t speist.‚Äú1 √Ąhnliche Motive finden sich bereits in der von technischem Fortschritt und gesellschaftlichen Umbr√ľchen gepr√§gten Zeit des 19. Jahrhunderts, in der Natur und Wildnis von VertreterInnen der Romantik als Gegenwelt (v)erkl√§rt wurden: ‚ÄěWildnis wurde f√ľr Romantiker der Ort, an dem die Freiheit von den Zw√§ngen einer an Technik und Rationalit√§t orientierten Gesellschaft erfahrbar wurde (‚Ķ).‚Äú2 So empfand es offenbar auch Henry David Thoreau, der mit seinem Aussteiger-Experiment 1845 am Walden Pond paradigmatisch f√ľr die Vorstellung eines unabh√§ngigen, naturnahen Lebens steht. Sein Erfahrungsbericht Walden oder Leben in den W√§ldern gilt als Klassiker und erf√§hrt gegenw√§rtig im deutschsprachigen Raum neue Popularit√§t. So erschien 2015 nicht nur eine Neuauflage des Buchs, sondern auch ein neues Outdoor-Magazin namens Walden, das jedoch in seiner konsumistischen Ausrichtung den Gedanken Thoreaus zu konterkarieren scheint.3

Die Ausstellung Elements versammelt Werke von zwei ehemaligen Stipendatinnen des K√ľnstlerhauses Lukas und zwei Gastk√ľnstlerInnen, die sich skulptural, filmisch, fotografisch und installativ mit Ph√§nomenen und Erscheinungsformen der Natur befassen. Sie l√§dt ein, √ľber die eigene Wahrnehmung von Natur, ihre Potentiale und Grenzen als Freiraum nachzudenken.‚Äú

Svea Kellner

1  Anne Hass et al., Sehnsucht nach Wildnis. Aktuelle Bedeutungen der Wildnistypen Berg, Dschungel, Wildfluss und Stadtbrache vor dem Hintergrund einer Ideengeschichte der Wildnis, in: Thomas Kirchhoff et al.: Sehnsucht nach Natur. Über den Drang nach draußen in der heutigen Freizeitkultur, transript Verlag, Bielefeld, 2012, S. 135

2  Ebd., S. 115

3  vgl. FAZ-Rezension vom 24.05.2015,
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/
rezension-des-neuen-maennermagazins-walden-13607530.html



Das Programm zur Eröffnung:
Begr√ľ√üung
Begr√ľ√üung Gerlinde Creutzburg - Direktorin K√ľnstlerhaus Lukas
Einf√ľhrung
Einf√ľhrung Svea Kellner - Gastkuratorin der Ausstellung
K√ľnstler*innengespr√§ch
¬†mit den anwesenden K√ľnstler*innen



Das Programm während der Ausstellungszeit:
Freitag, 28.12.2018, 15 Uhr:¬† Ann√§herung. F√ľhrung der Gastkuratorin durch die Ausstellung bei hausgemachtem Sanddornpunsch
Samstag, 29.12.2018, 16 Uhr: Der rechte Weg von Peter Fischli & David Weiss, 1983, 55 Min. Filmvorf√ľhrung. Absurd-poetische Naturperspektiven in Bezug zum Ausstellungsbeitrag von Sebastian Gr√§fe. Einf√ľhrung: Svea Kellner
Sonntag, 30.12.2018, 16 Uhr: Die Höhle der vergessenen Träume
von Werner Herzog, 2010, 90 Min. Filmvorf√ľhrung. Entdeckungen der Langsamkeit in Bezug zum Ausstellungsbeitrag von Sara Pfrommer. Einf√ľhrung: Svea Kellner
Mittwoch, 02.01.2019, 15 Uhr: Die neue alte Lust an der Natur.
Lesung von Ausz√ľgen aus (wieder) aktuellen Werken des Nature Writing von Henry David Thoreau bis Esther Kinsky bei hausgemachtem Sanddornpunsch

(F√ľhrung/Filmvorf√ľhrung/Lesung inkl. Eintritt 5,- ‚ā¨, erm√§√üigt 3,- ‚ā¨)
Dar√ľber hinaus ist die Gastkuratorin am 16., 17., 19. und 31. Dezember von 10-13 und 14-16 Uhr in der Ausstellung anwesend und gibt den Besucher*innen gern Ausk√ľnfte zum Projekt
Neues Kunsthaus Ahrenshoop