NEUES KUNSTHAUS AHRENSHOOP - Ahrenshooper Holz


NEUES KUNSTHAUS AHRENSHOOP

Ahrenshooper Holz


Dietrich Oltmanns












      

Lucia Schoop














  Claudia Kapellusch














  Stephanie Krumbholz

Ausstellung vom 3. Juli bis 7. September 2016
geöffnet Mittwoch-Montag 10-18 Uhr


               
AHRENSHOOPER HOLZ

Ingmar Bruhn, Christine Ebersbach, Lucia Schoop, Hans Götze, Dietrich Oltmanns, Stephanie Krumbholz, Hugo Richter-Lefensdorf, Sven Märkisch, Claudia Kapellusch, James Hathaway, Olli Heikkonen, Gudrun von Maltzan

Eröffnung der Ausstellung am 2. Juli 2016 um 17 Uhr
Begrüßung: Reinhard Thürmer
Es spricht:
Andreas Baumgart - Forstamtsleiter/Landesforst M-V
Musik: Frauke Wessel & Florian Seyfarth
die „jazz-O-phonischen zwei“
Lesung: Olli Heikkonen

ab 19 Uhr JAHRESFEST
mit der Verleihung des Kunstpreises des Freundeskreises NEUE KUNST HAT FREUNDE mit Musik der „jazz-O-phonischen zwei“ aus Hamburg und einem Buffet

Wieviel Wildnis können wir aushalten?
Die Ausstellung zeigt 12 verschiedene Positionen, die sich mit diesem einzigartigen Waldstück am Rand von Ahrenshoop beschäftigen. Aus der Parallelität der künstlerischen Positionen und der unmittelbaren Nachbarschaft des untersuchten Naturschutzgebietes erwachsen neue Einblicke / Einsichten / Erkenntnisse.

Gezeigt werden Fotografien von Dietrich Oltmanns, Malerei von Ingmar Bruhn, Hugo Richter-Lefensdorf und Hans Götze, Holzschnitte von Lucia Schoop, Stephanie Krumbholz und Christine Ebersbach, Künstlerbücher von Sven Märkisch, Objekte von James Hathaway und Zeichnungen von Gudrun von Maltzan und Claudia Kapellusch.

Dietrich Oltmanns zeigt großformatige Fotografien aus seiner Folge "Ahrenshooper Holz", die er 2009 im Rahmen eines Aufenthalts im Künstlerhaus Lukas begann: „Das begrenzte Areal mit seiner unerwarteten Abgeschiedenheit in unmittelbarer Nähe zu Strand und Kurbetrieb war mir schon bald vertrauter Rückzugsort, dem ich mit der großformatigen Kamera auf langsame Art und Weise näher zu kommen versuchte.“

Die Arbeiten " Die Tanne" und " Windflüchter" von Gudrun von Maltzan sind bei einem Aufenthalt in Ahrenshoop in mehreren Stunden und Tagen direkt vor dem Objekt in der Natur entstanden: „Es zieht mich immer wieder nach Mecklenburg, um Bäume zu zeichnen. Irgendwie muss es mit der Erde zusammen hängen. Dort bin ich geboren. Am Weststrand von Ahrenshoop hatte ich einen „Windflüchter“ im Auge. Diesen gibt es dort, wo es sehr windig ist. Mein Hocker, die Rolle mit dem alten Zeitungspapier und die Bleistifte: habe ich dabei. Ich entspanne mich sofort, und fühle mich in Symbiose mit dem Baum. Während des Zeichnens löse ich mich in ihm auf. Ich zeichne von unten nach oben, aber das Papier rolle ich von oben nach unten auf. Und so rollen sich langsam zwei Baumstämme in die untere Rolle hinein. Es vergehen einige Tage, ehe ich die Baumkrone erreiche. Ich verliere das Zeitgefühl, deswegen markiere ich am Rande des Blattes in kleinen Zahlen die Stunden, die ich dem Baum gegeben habe. Es sind immer nur ganz kleine Papierausschnitte, die vor mir liegen. Der Baum wird zerlegt, der Bleistift seziert ihn. Ich zeichne nur Striche. Den ganzen Windflüchter erblicke ich erst, wenn eine Rolle in die andere übergegangen ist, und ich alles ausrolle. Bäume betrachten ist Meditation.“

Claudia Kapellusch schreibt zu ihrer Arbeit: „Die Veränderung der Sehgewohnheiten der modernen Welt, hin zu einer Visualität als Seinsform, in der das Auge die Aufgaben aller Sinnesorgane übernimmt und nur Bedeutung hat, was auch sichtbar ist, lässt zunehmend vergessen, dass es eine Welt jenseits des Sichtbaren gibt. Bei meinem Naturstudium im Ahrenshooper Holz werde ich Zeuge der Bewegung, des Fließens und des Zerfalls, werde zum Archivar der Einmaligkeit und der Endlichkeit. Es ist noch kalt und grau, als mich am Ende des Winters immer wieder leuchtend gelbe Zitronenfalter umflattern. Mit übermütiger Lebensfreude beenden sie jetzt im April ihren Lebenszyklus. Ich erhebe Einspruch gegen den Lauf der Dinge. Es bleiben Bilder.“

Ahrenshooper Holz
Größe: 54,3 ha
Unterschutzstellung: 4.9.1958
„Die vorherrschende Vegetationsform ist ein Pfeifengras-Buchenwald, der sich durch dichte Stechpalmenbestände auszeichnet. In der Baumschicht treten neben der Rotbuche auch Stieleiche, Schwarz-Erle, Berg-Ahorn und Eberesche auf. Die Stechpalmen haben sich vor allem in den Windwurflücken und im Bereich großflächig absterbender Buchenbestände ausgebreitet. Sie erreichen im Ahrenshooper Holz bis zu 5 m Höhe und fruktifizieren reichlich. In der Strauchschicht dominiert neben der Stechpalme das Deutsche Geißblatt. Besonders in Windwurflücken bildet der Adlerfarn Herden. Die Krautschicht ist reich an anspruchsvolleren Arten wie Waldmeister, Gemeinem Efeu, Wald-Veilchen, Vielblütiger Weißwurz, Echter Sternmiere und Flattergras. Auch Maiglöckchen, Wald-Knäuelgras und Mauerlattich sind neben den Hauptbestandsbildnern Adlerfarn, Pfeifengras, Zweiblättriger Schattenblume und Europäischem Siebenstern regelmäßig vorhanden.“

Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, Demmler Verlag 2003
Neues Kunsthaus Ahrenshoop
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