NEUES KUNSTHAUS AHRENSHOOP - SEEGANG


Neues Kunsthaus Ahrenshoop

SEEGANG



















































24.2. 2013 bis 22.4.2013
geöffnet täglich 10 - 17 Uhr


SEEGANG

Olaf Wegewitz
Malerei und K√ľnstlerb√ľcher

‚ÄěOlaf Wegewitz war im vergangenen Herbst der seit 2008 f√ľnfte Ehren- gast des gemeinsamen Programms ‚ÄěArt residence Ahrenshoop‚Äú der Stiftung Kunstmuseum Ahrenshoop, der FAMAKunstststiftung und des K√ľnstlerhauses Lukas. Aus Anlass und in der Nachlese seines Aufent-haltes in Ahrenshoop widmet ihm das Neue Kunsthaus eine umfang-reiche Einzelschau. Der in Sachsen-Anhalt angesiedelte K√ľnstler ist Autor eines Werkes, das in jahrzehntelanger Konsequenz, √§sthetisch vielschichtig und mit dem Nachdruck einer aus lange gewachsenem Wissen hervorgegangenen Position die elementaren Verwobenheiten der menschlichen Existenz mit ihrem Herkommen aus Natur und Geschichte deutet. K√ľnstlerische Form resultiert bei Wegewitz aus Einsicht in Natur-vorg√§nge und ihrer Poetisierung in Bild, Text und Handlung. Er lebt nahe bei und mit der Natur, studiert ihr Verhalten in vielerlei Hinsicht und setzt, was er findet, in Gestaltungen um, die immer mehr als nur √§sthetisch sinnvoll sind. So ist Skulptur, wenn er in Landschafts- und Stadtr√§umen Lebewesen ansiedelt, das Angesiedelte in G√§rten und Plantagen hegt oder als Inseln wilder Vegetation aufwachsen l√§sst. Nicht pers√∂nlich solche R√§ume in Besitz zu nehmen ist sein Ziel, sondern, dem nat√ľr-lichen Wachstumsraum Pl√§tze zu erstatten, wo dieser zu sich zur√ľck finden, sein Gesetz und seine Sprache entfalten kann. Der K√ľnstler nimmt sie auf und spinnt sie fort, mitunter auch im Dialog mit Texten fr√ľherer Naturforscher und -dichter. Es sind Akte eines Wiedererschaf- fens, die hierbei vollzogen, nicht einfach nur inszeniert werden, so wirk- lich wie zeichenhaft und immanent zivilisationskritisch. In der Art, wie alle seine Lebenshandlungen in das umfassende Konzept seiner Kunst eingebunden sind, trifft Olaf Wegewitz sich mit dem gro√üen Schamanen der Nachkriegsmoderne Joseph Beuys. Sein Werk wirkt und entfaltet sich indessen mehr im Stillen. Neben Landschaftsskulpturen sind Male- reien, Objekte und Installationen, Zeichnungen und mittlerweile fast 80 K√ľnstlerb√ľcher entstanden. Wie Natur sich organisiert, ist das Thema seiner Arbeit, aber auch Spuren versunkener kultureller Zeichensysteme, wie sie ihm auf seinen planvoll ausgedehnten Wanderungen begegnen, bezieht er wie einen wieder gewonnenen Sprachschatz ein. In den 1980er Jahren, unter den Bedingungen der DDR, geh√∂rte Olaf Wegewitz zum Kreis der unangepassten K√ľnstler um den legend√§ren ‚ÄěLeipziger Herbstsalon‚Äú. Nachdem er seinen Lebensmittelpunkt in den Harz verlegt hatte, profilierte er den ‚ÄěR√∂derhof‚Äú als einen Zufluchtsort f√ľr K√ľnstler mit den seit 1990 hier stattfindenden Herbsttreffen als ‚Äěeine Einrichtung neuen Denkens, welche schon einige Zeit vor der Ver√§nderung im Osten der deutsch sprechenden Nordl√§nder Bestand hatte‚Äú.¬†
Die Ausstellung im Neuen Kunsthaus zeigt, was Olaf Wegewitz in der Landschaft von Fischland und Dar√ü erkundet und √ľber sie in Erfahrung gebracht hat - √ľber den Wald und vor allem √ľber das Wasser des Meeressaums: Im faszinierenden Vexierspiel seiner Farb- und Form- bildungen hat er den Ausdruck eines noch nicht aufgekl√§rten energe-tischen Gef√ľges erkannt und wie in einem Tagebuch malerisch festge-halten. Zur Malerei kommen neue und √§ltere B√ľcher des K√ľnstlers √ľber Wasser, Wolken, Steine, Wald und den Mythos der Sch√∂pfung hinzu.‚Äú

Dr. Katrin Arrieta

1949 geboren in Sch√∂nebeck | 1974/75 Materialstudien an der Hoch- schule f√ľr Grafik und Buchkunst Leipzig | seit 1975 freiberufliche Arbeit als K√ľnstler, Naturbeobachter, Poet | Werke befinden sich unter anderem in Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek, der Staatlichen Museen zu Berlin Preu√üischer Kulturbesitz, der New York Central Library und des J. Paul Getty Museum in Malibu | lebt und arbeitet in Huy-Neinstedt.
Neues Kunsthaus Ahrenshoop